Über den Tellerrand blicken
Vertreter des Kunststoff-Netzwerks Ems-Achse zum Informationsbesuch im Baylab plastics
Leverkusen – Zu den mehr als 20 Besuchern am 22. Februar 2011 zählten Vertreter von Unternehmen, darunter etwa der Georg-Utz GmbH, Schüttorf, der Röchling Engineering Plastics, Haren, und der Wavin GmbH aus Twist sowie von Bildungseinrichtungen und Verbänden. Aus den Reihen der Besucher erklärte Günter Schwank, Vorsitzender des Kunststoff¬netzwerks der Ems-Achse: „Wir freuen uns sehr über die Einladung. Kontakte in und zwischen Netzwerken bereichern das Bild, das wir von der Welt um uns herum erhalten. Sie ermöglichen einen Blick über den Tellerrand unserer unmittelbaren Erfahrung. Zudem verfügen Netzwerke über erhebliche Außenwirkung, etwa gegenüber der breiten Öffentlichkeit oder speziell für den Nachwuchs. Diese gilt es zu nutzen."
Als erster Gastredner stellte Dr. Ernst Grigat, der Leiter des CHEMPARKs, das vor kurzem gegründete Netzwerk Innovative Werkstoffe vor: Schon seit Jahren propagiert und etabliert der CHEMPARK offensiv das Thema „Innovative Werkstoffe“. Dieser Oberbegriff steht für eine bereits hoch entwickelte Fach- und Sachkompetenz nicht nur unter den rund 70 im CHEMPARK ansässigen Unternehmen, sondern auch in der gesamten Region.
„Das Rheinland steht rund um Werkstoffe sowohl für Erfahrung als auch für den Willen zur Innovation. Das gilt entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der akademischen Forschung und der Technologieentwicklung bis hin zur Produktion und Vermarktung entsprechender Produkte“, betonte Dr. Grigat.
Nach der Begegnung mit Dr. Grigat diskutierten die Vertreter namhafter Unter¬nehmen aus dem Emsland an diesem Tag außerdem mit Eckard Foltin, Leiter Creative Center der Bayer MaterialScience AG über die Zukunft von und mit Kunststoffen.
Für Eckhard Foltin gehört das Erkunden von Ent¬wicklungsperspektiven zu den entscheidenden Herausforderungen. Dabei gilt es etwa, aus Megatrends wie demographischem Wandel, Verstädterung oder Klimawandel neue Produktideen und damit wirtschaftlichen Erfolg zu generieren. Welch große Bedeutung dabei den polymeren Werkstoffen zukommen kann, stellte er anhand von anschaulichen Beispielen vor. Dazu zählten etwa Medizinprodukte, funktionale Folien oder neuartige Beleuchtungslösungen. Auch Foltin betonte, dass die Realisierung komplexer Projekte, etwa von öko- und energieeffizienten Bau¬projekten, nur in Kooperation mit kompetenten Partnern gelingen kann. Hier hat der Netzwerkgedanke also ebenfalls einen großen Stellenwert.
Schließlich führten Dr. Johann Thim und Karl-Heinz Wagner vom „Baylab plastics“ durch das Schülerlabor von Bayer MaterialScience und stellten dabei dessen Konzept und die bisherige Erfolgsgeschichte vor.
Kunststoffe: Ein Thema mit Zukunft – ein Thema für die Jugend
Antworten zu finden auf die globalen Megatrends ist eine Aufgabe, die nur in interdisziplinären Teams und mit Ausdauer und Beharrlichkeit zu lösen sein wird. „Man kann nicht früh genug anfangen, dies zu üben. Schon Schülern lässt sich mit einem geeigneten didaktischen Konzept bereits an einem einzigen Tag interdisziplinär vermitteln, wie man eine Idee zielstrebig und erfolgreich in etwas Greifbares umsetzt, was unternehmerisches Handeln bedeutet und wie unverzichtbar Teamarbeit ist“, erklärte der Erziehungswissenschaftler und Kommunikations¬fachmann Dr. Johann Thim, Gesamtprojektleiter des Schülerlabors „Baylab plastics“. Bereits über 10.000 junge Menschen konnten dort seit der Eröffnung im Herbst 2007 diese Erfahrung machen. Die Resonanz der Schüler, Auszubildenden und Studenten, aber auch der Lehrer und Betreuer ist dabei außerordentlich positiv.
„Derartige Angebote sind eine ganz wichtige Ergänzung des klassischen Schulunterrichts. Gerade angesichts steigenden Leistungsdrucks fördern sie den Teamgeist und helfen, verborgene Talente der Schüler zu wecken und zu entdecken“, fasst Dr. Thim seine Erfahrungen zusammen. Zudem habe sich das Konzept zur Teambildung und -festigung oder zur Kundenbindung in der
Erwachsenenbildung bewährt, ganz im Sinne des lebenslangen Lernens, so Thim weiter. Die inzwischen erfreulich große Zahl von Schülerlaboren in Deutschland steht in ständigem Erfahrungsaustausch, vernetzt zum Beispiel im „Lernort Labor“, dem Bundesverband der Schülerlabore e.V.
„Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Werkstoffen, Technologien und unternehmerischem Denken erlaubt unseren Teilnehmern ein besseres Verständnis der komplexen Zusammenhänge und steigert die Wertschätzung auch für scheinbar triviale Kunststoffgegenstände des Alltags, sei es ein Eierlöffel oder die Oberschale einer Computermaus“, beschreibt Thim seine Erfahrungen.
Nicht zuletzt lässt sich in diesen Schülerkursen auch einer Industrie- oder Technikfeindlichkeit frühzeitig vorbeugen bzw. entgegenwirken. „Gerade im 2011, dem ‚Internationalen Jahr der Chemie’, gehört solche Überzeugungsarbeit zu den wichtigen Aufgaben. Das gilt nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern gerade auch für Netzwerke, Initiativen und Verbände, deren Ziel es ist, dem Fortschritt und einer nachhaltigen zukünftigen Entwicklung Vorschub zu leisten’, appellierte Thim an die Anwesenden.
(Quelle: Presseinformation der Currenta GmbH & Co. OHG vom 24. Februar 2011)

