10.000 Teilnehmer im Baylab plastics
Blick hinter die Kulissen eines Großunternehmens als Besuchermagnet
Seit der Eröffnung im Januar 2007 haben 10.000 Schülerinnen und Schüler das Baylab plastics von Bayer MaterialScience in Leverkusen besucht. Begleitet wurden sie dabei von 1.173 Lehrerinnen und Lehrern.
Im Schülerlabor mitten im CHEMPARK lernen und erleben Besucher, wie ein modernes, kunststofferzeugendes Unternehmen mit all seinen Bereichen – von der Forschung bis zur Produktion – funktioniert. An der Schnittstelle zwischen Schule, Berufsausbildung, Studium und Beruf bietet das „Kunststofflabor für alle Sinne“ so einen berufsnahen Einblick in den Arbeitsalltag eines Chemieunternehmens.
Was das für die "Macher" bedeutet zeigt ihnen dieser Film.
Dr. Johann Thim, der Gesamtprojektleiter des Baylab plastics: “Wir freuen uns sehr, dass das Angebot so gut angenommen wird. Der große Zuspruch zeigt sowohl das Interesse der jungen Leute an Informationen zur Berufswahl live aus der Berufswelt als auch den Wunsch, Lerninhalte auf andere, sehr praxisnahe Weise vermittelt zu bekommen“.
Die Schülergruppe, mit der die Grenze von 10.00 Kursteilnehmern überschritten wurde, stammt vom Görres-Gymnasium aus Düsseldorf. Ein Leistungskurs Chemie konnte zusammen mit der begleitenden Lehrerin aktiv und hautnah erfahren, wie ein Unternehmen funktioniert und was kreative Köpfe alles leisten können. Die Jugendlichen arbeiteten in einem Live-Projekt nach dem bei BMS in Zusammenarbeit mit dem Bereich Bildung von Currenta entwickelten didaktischen Konzept: „Von der Produktidee zum Fertigteil an einem Tag“ und nahmen ein selbst gestaltetes, kalkuliertes und selbst hergestelltes attraktives Kunststoffprodukt mit nach Hause.
Im Baylab plastics wird auch ein großer Schwerpunkt auf die Vermittlung betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge gelegt. Für das spätere Arbeitsleben in einem zunehmend globaler werdenden Umfeld ist es unerlässlich, dass Jugendliche zumindest Grundkenntnisse über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge besitzen. Aus MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wird WINT: Wirtschaft, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hierbei ist Mathematik die Wissenschaft, die essentiell als Basis für die anderen genannten Bereiche gilt und ohne die keine Naturwissenschaft und Technik vorstellbar ist.
Bei Prof. Dr. Manfred Euler vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der Universität Kiel, bekannt als geistigen Vater der Schülerlaborbewegung in Deutschland, steht eine Dissertation kurz vor dem Abschluss, in der das Baylab plastics evaluiert wird. „Aufgrund seines innovativen Designs sowie seines aktivierenden, zu Engagement, Teamgeist und Kreativität anregenden pädagogischen Konzepts kann das Baylab plastics als ein Labor der zweiten Generation (lab 2.0) bezeichnet werden. Die empirischen Studien belegen auch das besondere Potential dieses Industrie-Schülerlabors als herausragende CSR-Maßnahme, die mit einer außerordentlichen positiven und nachhaltigen Imageveränderung einhergeht“, so Euler zu den ersten Erkenntnissen aus der Dissertation.
In der Feedbackrunde zum Abschluss des Kurstages äußerten sich mehrere Schüler, dass sie sich durch die positiven Erfahrungen und Erkenntnisse dieses Tages darin bestärkt sahen, naturwissenschaftliche Studiengänge wie geplant zu belegen. Aber auch andere Stimmen wurden laut: Ein Jugendlicher betonte, dass er ebenfalls nun noch sicherer ist, dass ein Beruf im naturwissenschaftlich-technischen Bereich für ihn „auf keinen Fall“ infrage kommt. Diese klare Aussage lässt hoffen, dass zumindest dieser Jugendliche nicht zu den ca. 21 Prozent der Studenten in Deutschland zählen wird, die ihr Studium abbrechen.
Das Baylab plastics erhielt kürzlich zusammen mit den drei anderen Einrichtungen Baylab health, Baylab plants und Baylab Baykomm den „Sonderpreis für besonders innovatives und überregionales Engagement“ im Rahmen des „Unternehmenspreises 2010“ der nordrhein-westfälischen Landesregierung in Düsseldorf. In der Laudatio wurde vor allem die Nachhaltigkeit des Engagements von Bayer für den Bildungsbereich hervorgehoben – ein Ansporn, diesen Weg gezielt weiter zu entwickeln.

